Zeitverwendung

mehrkunst e.V. und Gäste im Haus Metternich Koblenz

4.- 19. August 2018

kreatives Personal, in alphabetischer Reihenfolge:

Rita Daubländer

 

Kunst kann tröstlich sein

 

Mit meiner aktuellen Installation möchte ich den Verlust bestimmter Bezüge zur Lebenswirklichkeit und den Prozess einer Entfremdung von der Realität thematisieren. Entsteht aufgrund eines Verlustes Sehnsucht?  Und aus Sehnsucht vielleicht ein Hang zur Nostalgie? Oder auch zur romantischen Verklärung des Vergangenen? 

 

Viele Dinge des Lebens sind vergänglich, hinterlassen aber Spuren. Wenn wir in diesen Dingen etwas Wesentliches, ein Gefühl, eine bleibende Erinnerung entdecken, kann vielleicht eine ein Gedicht, ein Bild, ein Objekt oder eine Installation entstehen.

Kerstin Degen

 

Im Labyrinth der Wirklichkeit

Eitempera und Öl auf Leinwand, 2018

1,10 m x 7,70 m (siebenteilig)

 

Der Entstehungsort dieser Arbeit ist die Güterbahnhofshalle in Bendorf in der sich mein Atelier befindet. Wie immer in meiner Arbeitsweise ist Intuition der Motor aller Entscheidungen und was sich entwickeln wird, liegt noch völlig im Unbewussten. Sicher ist, dass dieser besondere Ort Einfluss hat auf mein Handeln. Um der Halle selbst möglichst viel Einfluss zu geben, ist die Größe der Arbeit entstanden.

 

 

 

Sabine Gabor

 

Kreatur

Skulptur, 3 m x 2 x 3 m, 2018

25 m Maschendraht, 150 m Drahtfaden, genäht, Papiertüte

 

Draht als industrielles Massenprodukt, stabil und leicht, dient als Material für den menschlichen Stellvertreter. Die Hülle ist durchbrochen und durchlässig geworden. Die Grenze zwischen Innen und Außen ist in Auflösung begriffen.

Die Konsumindustrie verwertet den Menschen.

 

 

 

www.mehrkunstverein.de /über uns/

Stephan Hardy, Galerie SEHR Koblenz

Steph Hardy

 

Rigoroser Rhythmus

Rauminstallation mit Materialien aus der
industriellen Produktion

 

www.galerie-sehr.de

Sylvia Klein

 

zeigt die Installation In Glas gepresste Erinnerungsräume und nimmt uns mit auf die Reise in ihre alte Heimatstadt Höhr-Grenzhausen mit Glas- und Keramikindustrie und Ton - Steine - Scherben.

 

in Glas gepresste Erinnerungsräume

- eine Versuchsanordnung –

die Schublade öffnet sich

Höhr-Grenzhausen

Glas- und Keramikindustrie

Ton - Steine - Scherben

 Kindheitstage in der Keramikwerkstatt meines Opas

 der Ofen bollert

 Wärme durchströmt den Raum

 mein Beobachtungsposten

 ein Hochsitzwürfel aus Holzwolle

 drei Farben blau

 Kindheitszeit - Ewigkeit

 Frauen blauen, rändern, henkeln

 Gipsgießformen in Stapeln übereinander

 Ton, der fließt

 ein Hund, der bellt

 leises Geschnatter

 Formen

 Farben

 Wiederholungen

 die Zeit steht still

 Unendlichkeit

 ruhe sanft

 

www.atelier-sylviaklein.de

 

Evelyne Knobling

 

Schlauch, Installation

 

Industrieprodukt, Massenware, Rettungschlauch, Ölschlauch, Weinschlauch, auf dem Schlauch stehen, röhrenartiges flexibles Gebilde...

Tobias Küch

 

"fragmentarienmobile"

Untertitel:
Replikationen industriekultureller Mauerteilsche

Diese werden aus Gips gegossen und in Originalfarben bemalt. Die Originale sind Ausschnitte von industriellen Gebäudeteilen, von denen ein Negativ abgeformt wird und im Atelier gegossen werden. Diese werden vorort "nachgemalt". Ergebnisse sind täuschend ähnliche Kopien, Replikationen, Faksimilien...

 

www.tobiaskuech.de

 

Adelheid Mosele

 

Zwischenzeit - Raum erscheint zwischen den Steinen

 

Installation, 2018, Material Tonziegel

 

Die Installation, in der eckige Ziegelsteine angeordnet sind  zu einer organischen runden Form, ist ein Brückenschlag zwischen der Formsprache industriell angefertigter Produkte und  einer organischen Wachstumsform. Diese erinnert an eine Kugel, die wiederum ein Bild für die Erde sein kann. Die feste Form löst sich auf und gibt Raum, in welchem die Schwere der Gebundenheit einer Leichtigkeit und Beweglichkeit Platz macht. Auch die Erde ist in einem Prozess, der durch unsere Technologie immer mehr beeinflusst wird.

 

Zwischenzeit: vor der Manifestation eines neuen Zustandes und nach der Auflösung der alten Form tritt hoffentlich nicht die dramatische Zerstörung ein, sondern eine Neuordnung, in der Form und Sein in einer höheren Stufe aufs Neue miteinander harmonieren.

Zwischenzeit erlebe ich persönlich, wenn ich selbst im Prozess der künstlerischen Umsetzung bin.

 

Kurzvita

 

* 1966, Kindheit in der Schweiz, Jugend in Portugal

 Studium Bildhauerei in Munzingen/Freiburg, Deutschland

 Studium Kunstherapie in Alfter

 Studium Bildende Kunst/ Germanistik für Lehramt in Koblenz

 Lehrerin am Schönstätter-Gymnasium, Vallendar

 verheiratet und Mutter

 

Ausstellungen

Plastiken                                              Skulpturen                                          Drucke

2018      Gemeinschaftsausstellung mit Kunstverein Mehrkunst Installation „Ambivalenzen“ Ziegelstein

2017      Gemeinschaftsausstellung mit Kunstverein Mehrkunst „Leiterinstallation“ Papierobjekte

2014      Gemeinschaftsausstellung Uhrturm Dierdorf „Bienenkönigin“, Keramikskulptur, Filzobjekt,

2011      Gemeinschaftsausstellung mit Uni Koblenz im Haus Metternich, Koblenz „Nährende“ Filzobjekt, Honiguhr

2010      Metternich: Examensausstellung „Wasser“ Holzschnitte, Monotypie

2008      Auftragsarbeiten Grabsteine,

1995      Gemeinschaftsausstellung:Internationale Kunstausstellung Freiburg, Gipsskulptur o.T.

1992-1997          Atelierarbeit, u.a.

Kunst am Bau: Stuttgart, Kamingestaltung Ytong, Beton, Dornach

Kunst am Bau: Freiburg, Auftragsarbeit, Relief aus Kunstharz, Freiburg

Schweiz, Auftragsarbeit Grabstein Kunststein

1992      Gemeinschaftsausstellung Munzingen Kunstschule: Kunststeinskulpturen „Rhythmus“ „ Kehlkopf“ und Gipsrelief „Sprache“

Thomas Naethe

 

Sayner Hirsch

Installation zur Sayner Hütte. unter Glashaube

 

Höhe ca. 70 cm, auf Sockel. 2018.

Ellen Roß

 

Wegwarten, 2018, Holz, Draht, Acryl, Metall

die Installation weckt Assoziationen an Industriebrachen und bringt das Element Zeit ins Spiel.

 Die gewöhnliche Wegwarte (Cichorium intybus) wächst in Mitteleuropa gerne auf Industriebrachen und Ruderalstellen. Entlang von Wegen und Straßen siedelt sie in Wegrand- und Trittpflanzengesellschaften.[

 Ruderalvegetation (von lateinisch rudus ‚Schutt‘) wird die Pflanzenwelt von menschlich tiefgreifend überprägten Standorten genannt, deren Zusammensetzung nicht vom Menschen beabsichtigt wurde, sondern die sich entweder auf ungenutzten bzw. brach gefallenen Flächen von ihm unbeachtet, oder auf devastierten, übernutzten oder vegetationsfrei gehaltenen Böden vielfältig einstellt.

 

Zeitbremse (aus der Serie squares & circles), 2018, Acryl und Lack auf Wellpappe, zwei Metallplatten à 100 x 100 cm

 

Wir leben im Zeitalter der Beschleunigung – in den letzten Jahrzehnten hatte man den Eindruck, der Fortschritt führe dazu, dass die Zeit sich überschlägt. Noch nie gab es bei so vielen Menschen das Gefühl, keine Zeit mehr zu haben:  es sind die vielen Möglichkeiten, die uns die Zeit rauben.

Noch nie gab es so wenig Zeit wie in unserer Zeit.

Aber wann ist das Ende der Beschleunigung erreicht?

Diese Arbeit wirkt wie eine Zeitbremse – ein Steckspiel für Große. Man kann die einzelnen Element in unendlichen Varianten anordnen und dabei, ehe man es sich versieht, die Zeit vergessen.

 

www.ellen-ross.de

www.galerie-sehr.de

Stefanie Schmeink

 

 Das aktuelle Werk  Raiffeisen 5.0 thematisiert das genossenschaftliche Prinzip auf Basis von F.W.Raiffeisen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Thema der Gemeinschaftlichkeit und Nächstenliebe - die Wurzeln Raiffeisens. Der Titel  5.0 bezieht sich auf die Weiterentwicklung der Industrialisierung, die mit der Digitalisierung nicht zu Ende sein kann, das kapitalistische Wirtschaftssystem muss überwunden werden um unsere Erde als Lebensraum erhalten zu können.

 

www.stefanie-schmeink.de

 

Vita

* Bocholt, Studium Sozialpädagogik  (FH Münster), Freie Kunst/Malerei Alanus Hochschule Alfter, Kunsttherapie AHA Alfter.

Als freischaffende Künstlerin tätig mit Atelier in Neuwied. Ausstellungstätigkeit und Buchveröffentlichungen.

Stefanie Schmeink forscht mit ihrem Werk um Wirkung und Wirksamkeit von Kunst, insbesondere der Malerei. Sie arbeitet in unterschiedlichen interdisziplinären Zusammenhängen.

 

Anna Tiedemann

 

EinAusBlick

2018, fotografische Papierschnitt-Installation

 

In der Ausstellung ZEITVERWENDUNG im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz beleuchtet sie das vergängliche Material Papier im Sinne des diesjährigen Themas Industriekultur, indem sie das fotografische Augenmerk auf die Kulturfabrik in ihrer früheren Funktion als Kuverthersteller lenkt.

 

Vita

 

Anna Tiedemann hat Kunst in Koblenz studiert und 2014 ihr Diplom der Bildhauerei an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn absolviert.

Ihre Werke befassen sich vor allem mit dem Thema Vergänglichkeit. Sie gestaltet Objekte aus Fundstücken, insbesondere aus Abfällen. Ihre narrativen Kunstwerke mit ihren zum Teil verfremdeten Fundstücken geben den Gegenständen einen (letzten) Auftritt. Sie werden meist humorvoll oder sarkastisch in einen neuen Kontext gesetzt, so wird ihnen eine neue Bedeutung zu ihrer bereits vorhandenen Geschichte geben.

 

Christian Zsagar

 

 

 

Ohne Titel, 2018

(Möglicherweise Staustufe, aber noch nicht sicher)

Zeichnungen im Format 70x100 cm

und last but not least:

Jugendbegegnungsstätte Haus Metternich

MitmachAktion Lützil 

 

Projektleitung Christiane Klein

 

während den Öffnungszeiten der jbs für Interessierte ab 12 Jahren kostenfrei!